Die Frage nach Gott
Gott ist kein Ding und keine Sache.
Gott ist ein „Du": Er ist jemand, mit dem ich reden kann: „Hallo Gott!" oder „Du, Gott, ich möchte Dir etwas erzählen..." oder „Warum ist das so, Gott?"
Es gibt viele Bilder für Gott, denn es fällt uns schwer, ihn uns vorzustellen. Jedes Bild beschreibt ihn ein bisschen, aber keines beschreibt ihn ganz:
Er ist wie ein guter Hirte... wie ein Krieger... wie ein Liebhaber... wie ein Richter... wie ein guter Hirte... wie eine Henne, die auf ihre Küken aufpasst... wie ein Adler, der uns trägt...
In der großen biblischen Geschichte vom Auszug Israels aus Ägypten kommt es zur ersten Begegnung von Moses, dem künftigen Anführer der Israeliten, und Gott. Gott erscheint Moses in einem Dornbusch, der brennt, ohne zu verbrennen. Nach seinem Namen befragt, antwortet Gott: „Ich bin der Ich-bin-da."
Das ist der schönste Name Gottes:
Gott ist der, der immer da ist.
Gott ist der, der immer an meiner Seite ist.
Gott ist der, der mich nicht vergisst.
Gott ist der, der immer weiß, wie es mir geht.
Von Gott darf ich sagen: Er hat mich so lieb, als könne er ohne mich nicht leben. Auch darum hat Jesus zu seinen Jüngern gesagt: „Ihr könnt zu Gott beten: Vater unser..." In seiner Sprache hat Jesus sogar von Gott als „Papa" gesprochen...
Das ist ein weiteres Bild von Gott: Er ist für uns wie Vater und Mutter.
Viele Menschen glauben auch dann an ihn, wenn sie ihn nicht spüren und sehen können. Sie fragen verzweifelt „Wo bist du, Gott?" - und glauben doch daran, dass es ihn gibt und dass er sie nicht im Stich lässt.
Die Bibel erzählt, dass Gott die Menschen ihm ähnlich gemacht hat. Aber was das bedeutet (auch das erzählt die Bibel), werden wir erst verstehen können, wenn wir Gott im Himmel von Angesicht zu Angesicht sehen.
Heinrich Plaßmann
Die Frage nach der Erschaffung der Welt...
Kindern stellt sich immer wieder die Frage nach dem „Wie", zum Beispiel: „Wie hat Gott die Welt geschaffen?"
Die Bibel scheint auf das "Wie" eine Antwort zu geben, denn sie erzählt von der Erschaffung der Welt. Sie erzählt sogar in zwei unterschiedlichen Fassungen darüber. Damit haben wir bereits ein Problem: Ist eine Erzählung richtig - und die andere falsch? Warum gibt es überhaupt zwei unterschiedliche Schöpfungserzählungen?
Und was ist mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen? Wie verhält sich die Theorie vom „Urknall" mit dem, was die Bibel erzählt?
Die Bibel hat aber gar nicht den Anspruch, das „Wie" zu erzählen. Sie beschäftigt sich vielmehr mit der Frage nach dem „Warum". Das hat die Menschen schon damals, vor über 2000 Jahren beschäftigt: „Warum hat Gott die Welt erschaffen? Und welchen Platz hat der Mensch in der Welt?" Mit diesen Fragen unterscheiden sich die Menschen von damals gar nicht so sehr von uns, den heutigen Menschen.
Und die Antwort darauf ist für sie damals wie für uns heute wichtig:
Ich, der Mensch, bin kein Zufall und keine Laune der Natur! Gott hat mich gewollt! Gott hat mir Leben von seinem Leben gegeben und es - so schildert die Bibel es bildlich - in mich hineingehaucht. Ich habe also etwas von Gott in mir - und niemand kann mir das wieder nehmen! Ich bin einmalig! Gott gibt mir einen Platz und eine Aufgabe in dieser Welt.
Und: Gott hat die Welt lieb - bis heute.
Das ist - kurz gefasst - die Botschaft der beiden Schöpfungserzählungen.
Natürlich bleibt auch das „Wie" interessant... weniger aber für die Erzähler der Schöpfungsberichte. Für sie reicht es, sich Gott als den "Anstoß" allen Lebens vorzustellen... als den "ersten Beweger".
Am Anfang... ist Gott.
Heinrich Plaßmann