Geschichte der Gemeinde St. Josef, Graes
Die Bauernschaft Graes gehörte ursprünglich zur Gemeinde Wessum. Aufgrund langer Fußwege zur Kirche hatten die Graeser den Wunsch, eine eigene Kapelle zu errichten. Nach langen Diskussionen wurde die Genehmigung zum Bau erteilt. Die Einsegnung der Kapelle fand am 28. Februar 1898 statt, und ab dem 18. Oktober 1898 feierte man dort an Sonn- und Feiertagen die Messe. Graes selber wurde jedoch erst am 01. April 1919 zur selbstständigen Gemeinde erhoben – im selben Jahr wurde Joseph Luters dort Pfarrer. In den Jahren 1949 bis 1951 erfolgte eine Erweiterung der Kapelle zur heutigen Kirche mit einem Querausbau nach Süden. Kunsterzieher Wilfried Dränger schuf die Kirchenfenster, die auf der einen Seite des Kirchenschiffs Bilder des Alten Testaments – aus dem Leben Josefs – zeigen, während auf der anderen Seite Darstellungen des Neuen Testaments – aus dem Leben Jesu – zu sehen sind. 1952 bekam die Kirche eine Orgel, welche im Jahre 1990 durch eine neue mit einer eigens dafür errichteten Empore ausgetauscht wurde. Seit dem Jahr 1960 rufen vier neue Kirchenglocken die Menschen zum Gottesdienst. Der Bau des heutigen Pfarrhauses wurde 1965 abgeschlossen. In den mehr als hundert Jahren der Graeser Kirchengeschichte hat die Bevölkerung immer wieder in außergewöhnlicher Weise ihre Spendenbereitschaft gezeigt, wenn es um Schaffung, Erhaltung oder Verbesserung der kirchlichen Einrichtungen, insbesondere der Kirche selbst und des Pfarrhauses ging.